Multiplikatorenschulung für sichere Maschinenarbeit (MsM)


Das neuartige Schulungskonzept "Multiplikatoren für sichere Maschinenarbeit (MsM)" fokussiert sich auf Bearbeitungen, die besondere Unfallschwerpunkte darstellen, insbesondere an der Tisch- und Formatkreissäge, der Abrichthobelmaschine sowie an der Tischfräse. Auch wird der sichere Umgang mit handgeführten Maschinen behandelt. Zielgruppen sind dabei:

  • Altgesellen und Altgesellinnen
  • Vorarbeiter/-innen und Teamleiter/-innen
  • Werkstattmeister/-innen
  • Betriebsleiter/-innen
  • Erfahrene Maschinenbediener/-innen.

Die jeweilige Lehrgangsdauer beträgt acht Stunden. Veranstalter sind die Tischler- und Schreinerinnungen in Abstimmung mit den TSM-Lehrwerkstätten. Die Durchführung erfolgt gemeinsam mit der BGHM. Teilnehmende erhalten eine Teilnahmebescheinigung, ausgestellt im Namen der veranstaltenden Innung sowie versehen mit Angaben zu Dauer, Ort und Inhalten.

Das gemeinsame Ziel der Tischlerverbände und der BGHM ist es, ein weiteres Instrument zur Prävention in die Praxis einzuführen. Dabei nehmen Altgesellen eine Schlüsselrolle ein: Als Vorbilder, Wissensvermittler und Multiplikatoren prägen sie die Sicherheitskultur in den Tischler- und Schreinerwerkstätten entscheidend mit. Gelebter Arbeitsschutz, so der Ansatz, komme allen zugute – menschlich, fachlich und natürlich auch wirtschaftlich.

Alle aktuell geplanten Schulungstermine finden Sie demnächst hier. Sollten Sie Interesse an einer Schulung haben, fragen Sie gerne bei ihrer örtlichen Innung oder Landesfachverband nach, ob in ihrer Region bereits weitere Schulungen in Planung sind.

 

Alle aktuell geplanten Schulungstermine finden Sie hier. Sollten Sie Interesse an einer Schulung haben, fragen Sie gerne bei ihrer örtlichen Innung nach.
Termin Veranstalter Veranstaltungsort
     
12.05.2026 Tischler-Innung Nördliches Ruhrgebiet, Dortmunder Str. 18, 45665 Recklinghausen BBS Recklinghausen Dortmunder Str. 18 45665 Recklinghausen
12.05.2026 Tischler-Innung Mönchengladbach, Platz des Handwerks 1, 41065 Mönchengladbach Überbetriebliches Ausbildungszentrum, Platz des Handwerks 1, 41065 Mönchengladbach
09.06.2026 Handwerkskammer zu Köln, Heumarkt 12, 50667 Köln Handwerkskammer zu Köln, AusbildungsCampus, Hugo-Eckener-Straße 16, 50829 Köln
23.11.2026 Kreishandwerkerschaft Coesfeld, Borkenerstr. 1, 48653 Coesfeld Handwerks-Bildungsstätten e. V., Ostdamm 133, 48249 Dülmen

Das Schulungskonzept „Multiplikatoren für sichere Maschinenarbeit (MsM)“ wurde in enger Kooperation der Tischlerverbände mit der BGHM entwickelt. Grundlage ist eine umfassende Analyse des Unfallgeschehens im Tischlerhandwerk, in der detailliert Unfallschwerpunkte identifiziert wurden, sowie die Erkenntnis, dass sicherheitsrelevante Neuerungen gezielt in die Betriebe getragen werden müssen. Auf dieser Grundlage hat eine Arbeitsgruppe mit Experten der BGHM, ÜBL-Ausbilderinnen und -Ausbildern sowie Arbeitgebenden unter Federführung von Tischler NRW den Lehrgang entwickelt und in mehreren Pilotkursen erfolgreich erprobt. Das Ziel war es nicht, einen TSM-Lehrgang für Altgesellen zu entwickeln, sondern sich auf Unfallschwerpunkte in der Praxis zu konzentrieren und diesen entgegenzuwirken.

Die Unfallanalysen haben zum Beispiel gezeigt, dass zwei Drittel der Arbeitsunfälle an Formatkreissägen vermieden werden können, wenn bei der Bearbeitung von Werkstücken unter 30 mm (z. B. Anleimer) oder einer Breite kleiner 120 mm und dem richtigen Einsatz der Sägeblattverdeckung oder Schutzhaube konsequent auf sichere Arbeitsgänge geachtet wird. Der MsM-Lehrgang konzentriert sich daher auf Bearbeitungen, die laut Erhebungen der BGHM besondere Unfallschwerpunkte darstellen, insbesondere an der Tisch- und Formatkreissäge, der Abrichthobelmaschine und an der Tischfräse.

Neben stationären Maschinen wird auch der sichere Umgang mit handgeführten Maschinen intensiv behandelt. Insbesondere Winkelschleifer, die häufig für kurzfristige Montagearbeiten eingesetzt werden, sind immer wieder Ursache schwerer Unfälle – meist aufgrund fehlender Unterweisung oder falscher Handhabung. Winkelschleifer und auch Cuttermesser, ebenfalls oft Ursache für Arbeitsunfälle, werden nahezu täglich genutzt. Eine Ausbildung und eine Unterweisung zum sicheren Umgang mit diesen Werkzeugen findet allerdings häufig nicht statt.

Damit Arbeitsschutz im betrieblichen Alltag konsequent umgesetzt wird, braucht es Menschen, die ihn vorleben. Diese Rolle übernehmen in den Werkstätten vor allem Altgesellen, Vorarbeiter, Werkstattmeisterinnen und erfahrene Maschinenbediener.

Viele dieser Schlüsselpersonen haben ihren letzten TSM-Lehrgang jedoch vor Jahrzehnten absolviert. Seitdem haben sich Technik und sicherheitstechnische Lösungen erheblich weiterentwickelt. Moderne Schutzsysteme, verbesserte Vorrichtungen und Abdeckungen gehören zum Standard.

Wird die Spanhaube konsequent genutzt? Sind Schutzvorrichtungen vollständig vorhanden und korrekt eingestellt? Werden sichere Arbeitsweisen eingefordert – und selbst eingehalten? Wer korrigiert die Azubis und Gesellen bei riskanter Handhabung? All dies sind typische Fragen im betrieblichen Alltag.

Ein zentrales Element der MsM-Schulungen ist die gemeinsame Durchführung der Lehrgänge durch TSM-Ausbilder und eine Aufsichtsperson der BGHM. Dadurch werden sowohl Erkenntnisse aus der Unfallprävention als auch praxisnahe Lösungen für die Werkstattprofis direkt miteinander verbunden. Ziel ist es, die Handlungskompetenz der Teilnehmenden zu stärken und sie in die Lage zu versetzen, sichere Maschinenarbeit im Betrieb aktiv umzusetzen und vor allem weiterzugeben.

Ein weiteres Instrument und Thema in dem MsM-Lehrgang, das durch die BGHM entwickelt wurde, ist die neue Kampagne „Check F!VE“. Damit wird Arbeitsschutz nicht als zusätzliche Belastung, sondern als integrierter Bestandteil guter handwerklicher Arbeit vermittelt.

Neben den persönlichen Folgen für die Betroffenen haben Arbeitsunfälle auch handfeste wirtschaftliche Konsequenzen für Betriebe. Dies zeigt sich unter anderem an den gestiegenen Beiträgen zur Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM). Die Ursachen liegen unter anderem in der Anzahl und Schwere von Arbeitsunfällen, in langen Ausfallzeiten sowie in steigenden Rehabilitations- und Behandlungskosten.

Jeder Unfall belastet damit nicht nur den einzelnen Betrieb, sondern die gesamte Branche. Gelebter Arbeitsschutz ist daher auch ein wirksames Instrument zur Stabilisierung der BG-Beiträge – und damit ein wirtschaftlicher Faktor, der gerade auch für kleine und mittlere Betriebe zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Über das Schulungskonzept


Ansprechpartner

Michael Bücking
Dipl.-Ing. (FH) Holztechnik
Geschäftsführer

T.   +49 (0)231 / 91 20 10-40
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